Hans-Peter Müller | Geheimnisse der Levitation

13.06. - 25.07.2019

Mit unerschöpflich anmutender Fantasie bewegen sich die Figuren des Malers Hans-Peter Müller (geb. 1942 in Leipzig) durch eine von ihm selbst erschaffene, mal zarte, mal kraftvolle Bildwelt. Fremde und bekannte Wesen, okkulte Symbole und surrealistische Elemente zitieren in ungewöhnlichen Formaten die klassischen Motive der christlichen und mythologischen Ikonografie.

Müllers altmeisterlicher Stil ist geprägt von seinen Lehrmeistern Harry Blume, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, bei denen er an der Hochschule für Grafik- und Buchkunst in Leipzig studierte und dort anschließend sein Meisterschüler-Studium bei Bernard Heisig in Berlin absolvierte.
Als Maler der 2. Generation der Leipziger Schule arbeitet Müller mit der Formensprache der künstlerischen Strömung, die sich in den 1970er Jahren in Leipzig herausbildete und bis in die 1980er Jahre von unzähligen Stilen geprägt war, entwickelte zudem seine eigene unverkennbare Bildsprache.
Durch einen virtuosen Ideenreichtum, eine unerschöpfliche Fülle an wesensfremden und bekannten Gegenständen sowie Liebe zum Detail bekommen Müllers Arbeiten eine magische Wirkung.       

Die BetrachterInnen spüren den Moment, der im Begriff ist, sich aufzulösen und hören die Sanduhr der Vergänglichkeit förmlich rieseln. Müller ist ein Meister der Trompe-l’œil Technik, der Augentäuschung, welche die BetrachterInnen in seine freien Adaptionen literarischer und mythologischer Welten hineinzieht.
Zwischen farbenfrohen manieristischen und surrealistischen Landschaften und nebelhaften Oberflächen erheben sich göttlich anmutende Gestalten und Welten, die an Heldensagen, Märchen und zuletzt auch an die Bilder der US-amerikanischen Fantasy-Serie Game of Thrones erinnern.
Die Sehnsucht nach mythologischen Welten kennt keine mediale Begrenzung oder ein menschliches Alter. Wie im Traum erscheinen kollektive Erinnerungen und Erfahrungen auf der Bildoberfläche und dringen ins Bewusstsein ein.

Die BetrachterInnen haben die Möglichkeit, sich auf die künstlerischen und persönlichen Spuren des Malers als Schöpfer und Herrscher über sein visuelles Königreich einzulassen, die Bildformeln zu lösen, Symbole zu deuten und die persönlichen Motivationen des Malers zu erraten. Eine Antwort darauf, ob es die Wahrheit ist oder ob es sie gibt, bleibt offen.

Es spricht der Philosophiehistoriker Dr. Klaus Freyer.

Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, diesen Anlass gemeinsam mit uns zu feiern.

Christus des Abendlandes, Öl auf Leinwand, 200 x 135 cm, 2015.

   

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Freunde der Galerie, 

hiermit laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung der Roland Frenzel gewidmeten Ausstellung "RETROSPEKTIVE" am Donnerstag, dem 01. August 2019, um 19 Uhr in die Galerie Koenitz ein.

Anlässlich seines 15. Todestages wollen wir gemeinsam mit Ihnen ein weiteres Mal an einen der ungewöhnlichsten Künstler der jüngeren Leipziger Kunstgeschichte erinnern.

Roland Frenzel, 1938 in Leipzig geboren und 2004 ebendort verstorben, galt als Enfant terrible der Leipziger Kunstszene.

Entgegen der in Leipzig etablierten Maltradition bestachen Frenzels Arbeiten durch seinen intuitiven Duktus unter Verwendung nahezu reiner Farben. Der pastos, scheinbar dahingeworfene Farbauftrag lässt erahnen, welche Energie sich im Moment des Entstehens
entladen haben muss. Ähnlich der Arbeiten Vincent van Goghs, für die Frenzel seit Beginn der 1960er Jahre reges Interesse hegte, lässt sich in der freien Verwendung der Farben eine starke Emotionalität erahnen, die ihn in die Traditionslinie des Expressionismus einreihen lässt. Immer wiederkehrende Sujets führen vor Augen, was den Maler bewegte. Neben strahlenden Landschaften mit charakteristischen taubenförmigen Wolken sind es vor allem Stillleben und Portraits, die trotz oder gerade wegen ihrer Reduktion auf das Wesentliche eine außergewöhnliche, kontrastreiche Spannung und zugleich Harmonie ausstrahlen und damit das Œuvre Frenzels beherrschen.

Die RETROSPEKTIVE folgt dem Anspruch einen Querschnitt durch das umfangreiche Werk des Leipziger Autodidakten darzubieten. Neben bereits gezeigten Malereien dürfen Sie sich auf bisher unbekannte Gemälde und Arbeiten auf Papier freuen.

Zur Vernissage erscheint erstmals ein Ausstellungskatalog.

In einem offenen Gespräch werden Günther Huniat und Martin Koenitz die Erinnerung an Roland Frenzel wieder aufleben lassen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und hoffen, Sie zur Eröffnung der "Skulpturen"-Ausstellung Cornelia Hammans am 15.08., ebenfalls um 19 Uhr, in unserem Hause begrüßen zu dürfen.

"o.T. - Landschaft", Öl auf Holz, 40.7 x 57,7 cm, o.J.                                                                              

   

Darüber hinaus laden wir Sie ebenso herzlich zur Eröffnung der Ausstellung "SKULPTUREN" Cornelia Hammans am Donnerstag, dem 15. August, um 19 Uhr ein. 

Erstmals präsentieren wir in unserem Haus umfänglich die sinnlich-verführerischen Plastiken der aus Bonn stammenden Bildhauerin. 

,,Ich kann als Künstlerin dort am kreativsten sein, wo ich mich wohl fühle." - Cornelia Hammans

Auf der Suche nach dem idealen Arbeits- und Lebensumfeld, welches ihr ermöglicht das eigene künstlerische Potential zur Gänze auszuschöpfen, zog es Hammans 1990 aus dem vertrauten Rheinland über München an den Tegernsee, der ihr in nahezu 30 Jahren zur zweiten Heimat wurde.
Umso bewundernswerter mag der Entschluss erscheinen, welchen sie 2018 traf. Sie entschied sich für einen Neuanfang im fernen Leipzig und brach die Zelte in Bayern ab, um die Quelle der Inspiration neu zu beleben.

Neugier, Tatendrang, Eloquenz und das Vorhandensein unbändiger Energie sind nur einige der Eigenschaften, die Hammans zweifelsfrei für sich aber auch für ihre Skulpturen beanspruchen kann. Die spannungsreichen Arbeiten, die zwischen Figuration und Abstraktion changieren, bündeln die Energie ihrer Bewegung und transferieren diese mittels der Beständigkeit des Materials, vorzugsweise Bronze, in zeitlos-flirrende, tänzerisch anmutende Momentaufnahmen.

Zur Ausstellungseröffnung wird Cornelia Hammans im offenen Dialog mit Vincent Welz und allen Besuchern in ihr Œuvre einführen und die Hintergründe Ihrer Skulpturen näher beleuchten. 

Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, auch diesen Anlass gemeinsam mit uns zu feiern und einen tollen Abend in spannender Runde mit uns zu verleben.

"Entschluss", Bronze patiniert, H 84 cm, 1998.

IN FREMDER NÄHE

11. Juli 2019, 19 Uhr


Lesung: Reinhard Kuhnert
Moderation: Michael Hametner
Fliehend halb und halb vertrieben - 
Ein Autor sucht im Westen seinen Weg