„Wenn ich es in Worte fassen könnte, dann brauchte ich es nicht malen.“ 

Gabriele Meyer-Dennewitz

Selbst, Pastellkreide auf Hartfaser, 55 x 46 cm, 1986.

Die 1922 in Leipzig geborene Künstlerin erhielt noch während der Kriegsjahre ihre Ausbildung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und begann nach dem Krieg dort zu unterrichten. Sie kann als eine typische Vertreterin jener Künstler-Nachkriegsgeneration gesehen werden, die sich aus Überzeugung mit ihrer Kunst in den Dienst des neuen Staates stellte, die Kunst als ihren Beitrag zum Aufbau und zur Bildung der Gesellschaft ansah. Für Meyer-Dennewitz wirkten Bilder als Sprache. Malen sah sie als ihre Möglichkeit zur Einmischung in den gesellschaftlichen Diskurs und als ihre Chance, Dinge zum Ausdruck zu bringen, die sie für wichtig hielt. Diese Haltung sollte für die Künstlerin ein Leben lang bestimmend bleiben.

Ihre Ausbildung hat Meyer-Dennewitz 1941 bis 1944 in Leipzig von Karl Miersch, Wilhelm Thiele und Hans Soltmann erhalten, zudem nahm sie Unterricht bei Max Schwimmer. Ihr Stil ist geprägt von ihren Lehrern an der Berliner Akademie der Künste, Max Lingner und Heinrich Ehmsen, bei denen Meyer-Dennewitz in den Jahren 1950/51 als Meisterschülerin studierte. Zudem orientierte sie sich am Dresdner Maler Hans Grundig. Sehr deutlich sichtbar wird in ihren Arbeiten immer wieder die eigene Auseinandersetzung mit Chagall und Picasso.

In den Anfangsjahren schuf Meyer-Dennewitz vielbeachtete Grafiken (Holz- und Linolschnitte) und Illustrationen, Zeichnungen entstanden am liebsten in Kohle. Für ihre Gemälde wählte sie anfangs Eitempera, später ging sie zu Pastellkreide über, deren Wirkung sie durch eine Verbindung mit Acryl zu steigern suchte.

Meyer-Dennewitz war eine unermüdliche, disziplinierte Arbeiterin, die bis zu ihrem Tod täglich malte. So entstand in fast 89 Lebensjahren ein umfangreiches und facettenreiches Oeuvre. Kraftvolle figürliche Kompositionen, die in der Auseinandersetzung mit aktuellen Ereignissen im Umfeld der Malerin entstanden, stehen neben stillen, fast poetischen Landschaftsbildern und Stillleben. Von bemerkenswerter Kraft sind die vielen Porträts, die das Wesen der gemalten Person zu erfassen suchen, gleichsam ein Abbild ihrer Persönlichkeit schaffen.

Viele ihrer Arbeiten entstanden im mecklenburgischen Carwitz, das der Malerin ab 1964 als Sommerdomizil diente und in der zweiten Lebenshälfte zu einer Heimat werden sollte. Hier sollte sie im Jahr 2011 auch ihre letzte Ruhestätte finden.

Die Galerie Koenitz zeigt einen Querschnitt durch das Werk der Malerin Gabriele Meyer-Dennewitz, einer Künstlerin, die jeden Tag diszipliniert in ihr Atelier ging, um zu malen, was sie zu sagen hatte.

  • Die Eiferer, Pastell auf Hartfaser, 100 x 70 cm, 1998.
  • Der kleine Cowboy, Pastell auf Hartfaser, 80 x 70 cm, 1996.
  • Selbst, Pastell auf Hartfaser, 55 x 46 cm, 1986.
  • Selbst (mit Tauben), Pastell auf Hartfaser, 74 x 50 cm, 2005.
  • Stillleben mit Spiegel, Pastell auf Hartfaser, 64 x 45 cm, 1992.
  • Winter, Acryl auf Hartfaser, 62 x 45 cm, 2006.
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