Claus Müller-Schloen 

Wir präsentieren vom 30. August bis zum 11. Oktober 2018 die Ausstellung "ABGRÜNDE"

 
Claus Müller-Schloen (*1953) studierte von 1975 bis 1980 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seine wichtigsten Lehrer, die Professoren Hans Mayer-Foreyt, Volker Stelzmann und Arno Rink prägten mit Ihrer veristischen Weltsicht und prononcierten Malweise den Studenten Müller.

Zwischen 1982 und 1983 absolvierte er ein Zusatzstudium in den Druckgrafischen Werkstätten der Hochschule in Leipzig.

Claus Müller siedelte 1991 nach Schloen über, einem kleinen Ort nahe Waren an der Müritz, und ergänzte seinen Namen in Anlehnung alter Traditionen um die Ortsbezeichnung der Wahlheimat.

Ab 1993 unterrichtete Müller-Schloen für fünf Jahre an der Fachhochschule in Heiligendamm und leitete zwischen 2007 und 2008 die Druckwerkstätten der Hochschule Wismar.
Im Alter von 61 Jahren verstarb der Künstler am 13.07.2015 in Waren. 

Selbst, getroffen, Öl auf Leinwand, 1998.

Im Fokus der Einzelausstellung Claus Müller-Schloens stehen „ABGRÜNDE“. Der Abgrund steht laut einschlägiger Definitionsgeber für eine unermessliche, gefährliche Tiefe, eine unüberbrückbare Kluft, und unergründliche Bereiche, seien diese menschlicher oder natürlicher Art. All diese Versatzstücke der Begriffsbestimmung akkumulieren sich im künstlerischen Nachlass des 2015 verstorbenen Claus Müllers aus Schloen. 

Karge weite Sichten, zerklüftete Felsformationen und wüsten-gleiche Schluchten kontrastieren nebelverhangene Moorlandschaften, allesamt eingehüllt in unwirkliche Lichtkompositionen, durch welche dem Betrachtenden die Relation zwischen Mensch und Natur in Hinblick auf räumliche und zeitliche Dimensionen unmittelbar vor Augen geführt wird.

Die Landschaften werden von bizarren pflanzlichen Gebilden, wie Farnen aus scheinbar längst vergangenen Zeiten, und hin und wieder von Menschen, die ebenfalls historisch entrückt zu sein scheinen, besiedelt. Skurrile Gestalten agieren mit manieriertem Gestus in bühnenähnlichen Bildräumen.

Die Freude am Detail und der inhaltlichen Verschlüsselung ist in den Arbeiten des Künstlers spürbar und fordert die Fantasie des Betrachters heraus. So scheinen sich dem aufmerksamen Rezipienten nicht nur physische Abgründe im Sinne geografischer Landschaftsverwerfungen zu erschließen, sondern vor allem auch psychische, menschliche Abgründe zu eröffnen, die den konventionsbrechenden Figurengruppen innewohnen mögen.

Die Vergänglichkeit des Einzelnen, die im unmittelbaren Kontrast zur offenbar nahezu unveränderlichen, trotzenden Steinwüste zu stehen vermag, wird dabei nicht nur im Anbetracht des leibhaftigen Todes thematisiert oder gar persifliert. Gemälde wie "Salomes williger Helfer" stehen dem gegenüber mit eineindeutigen Aussagen des aktiv herbeigeführten Ablebens als Paradebeispiel für die inneren Zerwürfnisse der Müller-Schloen'schen Protagonisten, deren Abgründe nur zu erahnen sind. Gerade das Unergründliche ist es doch, welches den Reiz der Arbeiten ausmacht.

 

  • unvollendetes, aber schönes Denkmal
  • Landvermesser, nun auch hier
  • Selbst, getroffen
  • Zwischen Verzweiflung und Melancholie
  • Ein Totentanz
  • Selbst im Hinterhof
  • Landschaften mit alten Weiden
  • Salomes williger Helfer
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